Begegnungen

 

Wie sind sie?

 

Wie der Wind,

 manchmal sind sie zufällig
wie der Tanz der Wolken und der Bilder, die entstehen

 manchmal nimmt man sie als erfrischend wahr
wie eine kühle Brise im Sommer

 manchmal kann man mit ihnen glücklich sein und sich unbeschwert fühlen
wie ein flatternder Schmetterling im Frühlingswind

manchmal empfindet man sie niederschlagend
wie der Wind das Korn erdrückt

manchmal erscheinen sie wundervoll liebevoll
wie ein sanftes Streichen eines Hauchs auf der Haut

 manchmal können sie Angst machen
wie ein zerstörender Orkan

 manchmal sind sie bedeutend
wie die Luft zum Atmen

manchmal nur wortlos
wie eine Flaute in den Segeln

manchmal aufregend kribbelnd
wie Schmetterlinge im Bauch

 manchmal vermögen sie Inhalte zu wecken
wie das Wachrütteln des Laubs durch eine starke Böe

 manchmal berühren sie dich sanft und zart
wie ein Federflug

manchmal ziehen sie unbemerkt vorbei
wie eine Windstille

manchmal bekommt man den Verstand geraubt
wie bei einer Fatamorgana in der Wüste

 Manchmal sind sie verlogen
wie eine optische Täuschung

 manchmal werden sie Freiheit verschaffen
wie ein Wolkenflug

manchmal finden sie nur flüchtig statt
wie eine Luftströmung, die man nicht sieht

manchmal empfindet man sie als oberflächlich, dass man sie gleich wieder vergisst, wie wenn der Wind nur an einem vorbei weht

 Manchmal ist Gleichgültigkeit schlimmer als Verachtung, wobei der Haß ein Ausdruck noch bestehender Gefühle ist !

 

Wie das Wasser,

  Manchmal fesselnd
wie ein Blick auf den Horizont am Meer

 manchmal werden sie Wünsche wecken
wie bei der Entdeckung neuer Welten

Manchmal allerdings wiederholend
wie Ebbe und Flut, Jahr aus, Jahr ein, immerfort

 Manchmal sind sie ein Spiegelbild
wie auf einer glatten Wasseroberfläche

 Manchmal aushöhlend
wie ein stetiger Tropfen

  Manchmal weinend
wie wenn es regnet und das Licht grau erscheint

 Manchmal aufmunternd
wie das Plätschern eines Zimmerbrunnens

  Manchmal erwünscht
wie ein Regenschauer nach der Dürre

 manchmal vermitteln sie unerwartete Freude
wie das Entspringen einer neue Quelle

 Manchmal auch prägend
wie ein Rinnsal, welches stetig auf Felsen läuft

Manchmal raubend
wie ein Überschwemmung, die das Land frißt

 manchmal vermögen sie neue Vorstellungen zu wecken
wie ein Samenkorn, welches begossen wird und keimen kann

 manchmal könne sie zu neuen Erkenntnissen bewegen
wie wenn das Eis schmilzt und weiter fließen kann

 Manchmal zudeckend
wie der Schnee im Winter

 Manchmal flüchtig
wie die Morgennebel, die sich einfach auflösen, als wären sie nie da gewesen

  Manchmal verschlingend
wie eine Flutwelle, die sich plötzlich und unerwartet aus dem Meer erhebt

 Manchmal laut tosend
wie ein Wasserfall, der alles andere übertönt

 

Wie die Erde,

manchmal lassen sie neue Ziele erscheinen
wie ein Regenbogen nach einem Regenschauer

Manchmal ersehnt
wie der Sonnenschein auf der Haut

 Manchmal offenbarend
wie ein Sonnenaufgang am Morgen

 Manchmal blendend
wie ein greller Lichtstrahl der in die ungeschützten Augen fällt

 Manchmal einmalig
wie jeder Sonnenuntergang in seiner ganz besonderen eigenen Schönheit

manchmal bringen sie Helligkeit ins Dunkle
wie der erste Sonnenstrahl am Morgen

Manchmal beschützend
wie das Mondlicht, ummantelt von silberheller Dunkelheit

 Manchmal hoffnungsvoll
wie ein Sternschnuppe am Nachthimmel

 Manchmal phantastisch
wie ein Komet auf seiner Reise durch die Ewigkeit

 Manchmal überschattend
wie eine Sonnenfinsternis bei der für einen Moment alles still wird, die Welt den Atem anhält

Manchmal schweigend
wie der Beginn der Dämmerung wenn die Erde ihren Schlaf beginnt

Manchmal Liebe weckend
wie die Lichtwellen, die den Anderen im Innern erreichen

 Manchmal erschütternd
wie ein Erdbeben durch das alles zusammenfällt

 Manchmal einmalig
wie das Erforschen einer neuen Insel, wo noch nie zuvor jemand anderes war

 manchmal hindern sie dich am Weiterkommen
wie ein tiefe Schlucht in den Bergen

Manchmal beeindruckend
wie ein riesiges Bergmassiv das sich in Jahrmillionen aufgebaut hat

manchmal muß man sie auch sterben lassen
wie die Natur es will, um Platz für Neues zu schaffen

Manchmal rufen sie wach
wie der Gesang der Vögel in der Morgendämmerung

 manchmal lösen sie einen Zauber aus
wie das Erwachen des Frühlings und das Beginnen von neuem Leben

 Manchmal erniedrigend
wie ein Steinschlag von dem man getroffen wird, von den Worten, die fallen, Worte wie Steine

Manchmal herablassend
wie ein stolzer Pfau, der auf der Wiese sein Rad schlägt, um zu imponieren

Manchmal enttäuschend
wie die Bewegungslosigkeit und Starre der Felsen

 manchmal ein Glücksgefühl der Erfüllung
wie wenn man heimkehrt

 Manchmal Würde ausstrahlend
wie ein alter Baum, ein weiser Mensch

 Manchmal mit Füßen getreten
wie manche Menschen die Achtung und den Respekt vergessen

 Manchmal öffnen sie dir die Augen
wie ein neugeborenes Wesen, das der Umwelt wahrhaftig wird

Manchmal suchend
wie Hände eines Blinden, der ertastet

Manchmal beengend
wie in einer dunklen Höhle ohne Licht

manchmal muß man auch Trauer empfinden
wie wenn es Herbst wird und die Wärme schwindet und die Ahnung des Winters schon in der Luft liegt

Manchmal verbindend
wie eine Brücke zwischen zwei Punkten

 manchmal sind sie einfach ein Geschenk
wie zu Weihnachten

 

Wie das Feuer

Manchmal faszinierend
wie die Flammen in einem Kamin

 manchmal verletzend
wie ein Stück Glut auf der Haut

 Manchmal sehr lustvoll
wie das Züngeln der Flammen an einen Holzscheit

 Manchmal aber auch todbringend
wie ein Flächenbrand für die Natur

 Manchmal eruptiv
wie ein Vulkanausbruch, sie bringen die Gefühlswelt zum Brodeln

manchmal sind sie schicksalhaft, man findet keinen Grund
wie aus dem Nichts

Manchmal beängstigend
wie eine Feuerwalze, die alles zerstört

manchmal führen sie aus der Sprachlosigkeit heraus
wie wenn man eine Kerze anzündet und das Licht durchflutet die Dunkelheit

Manchmal so verändernd
wie Holz, das in Asche umgewandelt wird

Manchmal ernüchternd
wie feuchtes Holz, das nicht brennen will

Manchmal gewünscht
wie die Wärme eines Ofens

Manchmal auffordernd
wie das Umschlingen der Flammen, miteinander zum Tanz

manchmal trifft man auch auf Hochachtung
wie vor der Macht, die das Feuer inne hat

Manchmal sind sie auch kalt
wie eine erloschene Glut

 

 

Es gibt sehr gute Begegnungen

Es gibt gute Begegnungen

Es gibt mittelmäßige Begegnungen

Es gibt schlechte Begegnungen

 

Und es gibt Katastrophen.

 

Wie in der Natur

 

  

 

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geschrieben in meiner Zeit als Mondlichtblume

 

 

 

© Christine Münzenberger

 

 
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