Leben

 

Als Kind wusste ich noch nicht, das es Gut und Böse gibt

Ich sah das schöne dieser Welt, Tage voller Sonnenschein und Wärme

Dann wurde ich größer, die ersten Wolken zogen auf in meiner ach so heilen Welt

Ich begann zu lernen, das die Welt und das Leben nicht nur schön sind

Ich wurde erwachsen

So oft wurde ich verletzt, weil ich naiv an die Liebe glaubte

Eine Liebe, die gegenseitig wirkt

Das ist das Kind in mir, das ich nicht zum Schweigen brachte

 

Ich spielte meine Rollen

Die Freundin

Die Geliebte

Die Ehefrau

Die Mutter

Die "Heilige"

Die Hure

Die Frau die Karriere machte

 

Irgendwann fing ich an, an nichts mehr zu glauben

Sah den Scherbenhaufen, den ich Leben nannte

Dafür hab ich mich gehaßt

 

Ich fing an zu verändern

Dafür wurde ich gehaßt

 

Ich schüttelte alle diese Ich-Fassaden ab

Meine Blockaden

Sie hatten tiefe Wurzeln in mir, tiefe Wunden waren die Folge

Loslassen tut so schrecklich weh

 

Doch alle Wunden heilen mit der Zeit

 

Jeder Atemzug hat seinen Sinn, solang bin ich am Leben

Die Neugierde treibt mich weiter hinter die Fassaden zu sehen

Die Angst bringt mich nicht zum Schweigen

Ich glaube dran, solange es jemanden gibt, der mich nicht belügt

 

Leben

Mehr als Überleben

 

Ich dreh mich oft im Kreis, das weiß ich

Aber meinen Traum verlier ich nicht, er hält mich aufrecht

 

Solang bin ich am Leben, jeder Atemzug hat einen Sinn

 

Und das Kind in mir?

Ich bring es nicht zum Schweigen

und das ist gut so

 

 

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© Christine Münzenberger

 

 
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