Spiegel des Lebens


Erinnerungen sind wie stille Begleiter

Wahrheit, Erkenntnis, bereit sein sich dem zu stellen

Jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde sind sie bei mir

Mal sehnsuchtsvoll

Mal ärgerlich

Mal nachdenkend

Mal traurig

Mal glücklich

Mal freudig

Mal tief betrübt

Mal quälend

Mal fesselnd

Mal luftraubend

Mal heilend

Mal Wunden aufreißend

Mal können sie lindern

Mal kann man sich drin verlieren

Mal kann man drin versinken

Mal kann man ihnen Freilauf lassen

Ich fühle sie

Sie sind ein Teil von mir

Manchmal verblassen einige von ihnen

Manchmal ruft man sie in die Gegenwart zurück

Manchmal sind sie einfach da, ohne das man es gewollt hat

Durch ein aktuelles Ereignis, ein Traum, ein beiläufig gesprochenes Wort

Ein Anderer vermag sie nicht in der Weise zu sehen, zu empfinden

Es ist mein Leben

Es sind meine Erfahrungen

Es ist meine Sichtweise der Dinge

Ich selbst halte die Erinnerungen am Leben oder bin bereit sie auszulöschen, zu verdrängen

Mit der Zeit erlangen Erinnerungen andere Sichtweisen oder holen dich ganz plötzlich wieder ein

Durch das Leben

Durch Selbsterkenntnis

Durch die Erfahrung

Man sieht sie anders, als sie waren

Man sieht sie so, wie sie hätten sein können

Man erkennt sie, wie sie nie sein werden

Man kann daraus lernen oder sie ignorieren

Meine Erinnerungen werden beeinflusst durch meine Gefühle und Gedanken

Es ist meine Entscheidung, was ich daraus mache

Diese Entscheidung nimmt mir keiner ab

Jemand kann mir wohl einen Rat geben, wenn ich aus Erinnerungen nicht mehr weiter weiß

Jemand kann mir ein Hilfestellung geben, wenn ich sie nicht ordnen kann

Jedoch die Entscheidung nimmt mir niemand ab, wie ich weiter mit ihnen lebe

Wenn ich keine Erinnerungen habe, egal mit welchen Gefühlen sie verbunden sind, dann habe ich kein Leben

Erinnerungen können dich halten

Sehnsüchte wecken

Erlebtes wieder entdecken

Dich für einen kurzen Augenblick traurig oder glücklich machen

Durchatmen lassen

 

Ja, Erinnerungen sind der Spiegel des Lebens.

 

 

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geschrieben in meiner Zeit als Mondlichtblume

 

 

 

© Christine Münzenberger

 

 
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