Worte, Worte, Worte


Worte wie kalte Eisberge

Worte wie wärmender Sonnenschein

Was können Worte bewirken?

Was können Worte mit dir machen ?

Was kann die Sprache mit dir machen ?

Worte, die dich regeln und einengen, wenn du helfende und wegweisende brauchst

Worte, die dich stoppen und zurückwerfen, wenn du richtungsweisende und stärkende benötigst

Worte, die distanzieren und dich kalt werden lassen, wenn du haltgebende und wärmende hören solltest

Worte, die dich schlaflos machen, anstatt dich zum Träumen zu bringen

Worte, die nur wissenschaftlich und sachlich klingen, wenn du tröstende brauchst

Worte, die Vorurteile aussprechen, die eine weitere Verständigung erschweren

Worte, die den Abstand vergrößern, wenn Nähe dein eigentliches Ziel war

Worte, die umschmeicheln, aber nicht unbedingt die Wahrheit sprechen

Worte, die nein sagen, wenn sie ja sagen sollten

Worte, die nüchtern und ernüchternd klingen, wenn du die Schwingungen deines Herzens mißachtest

Worte, die Kriege auslösen und Mauern aufbauen, wenn sie Frieden zu schenken bereit waren und Mauern einzureißen

Worte, die wie negatives Feuer alles zerstören, wenn die wie positives Feuer Wärme spenden sollten

Worte, die verletzen und erschrecken, wenn sie zum Verzeihen gedacht waren

Worte, die dich aufbrausen lassen und dich verleiten jemanden zu beschimpfen, anstatt sich mit den Bedürfnissen deines Gegenübers auseinander zu setzten

Worte, die glatt, poliert, glänzend, ansprechend, beeindruckend vorgetragen werden, die den Zweck verfolgen zu manipulieren, blenden, zu beherrschen

Worte, die dich verhexen statt zu verzaubern und du irgendwann beginnst sie zu verfluchen

Worte, die betrügen, belügen, beleidigen und bestrafen, statt anzusprechen und zu berühren

Worte die fordern statt zu bitten, die armseelig sind statt zu bereichern, die strafen statt zu streicheln

Worte, die dumm, ärmlich, drohend und gleichgültig sind, statt dich zu befähigen, dich anzusprechen

Worte, mit denen gegeizt wird bis du frierst, keiner hört deine Hilfeschreie und Hilferufe, deine Gefühle werden einfach wegdiskutiert, dabei sollten sie eher bewegen etwas zu sagen, uns aus der Hilflosigkeit heraus führen und Hoffnung schenken

Worte, sie sollten nicht strafen, streiten, töten, sondern sie sollten ein Mittel darstellen, um sich auszudrücken ohne jemanden damit zu erdrücken

Worte, die willkürlich, zornig, wütend, verletzend aussprechen "Ich hasse dich", wo man doch lieber "Ich liebe dich" aus seinem Mund lassen sollte, die Worte, die glücklich machen, wenn sie ehrlich sind, die das Licht offenbaren und nicht die Finsternis

Worte, die Macht ausüben, ohne je zu überzeugen, die dein "Ich" verbergen in Nebeln, die dich langsam aber sicher vernichten, dabei wirst du verlieren

Worte, die verurteilend, richtend und warnend in anderen Worten versteckt sind, weil die Menschen sich verstecken, ihr Ich verkümmert und sie sich somit hinter Phrasen verstecken müssen

Worte, die dich normieren, eingruppieren, in Rollen bringen, die du selbst nicht willst, dich nicht wehren kannst, weil du wortlos, kraftlos geworden bist, nicht in der Lage, die Worte, die in dir brennen herauszulassen, zu verdeutlichen, was du willst, was du sein möchtest

Worte, die dich in Verzweiflung stürzen, Leid auslösen, dich leblos machen, statt dich mit ihnen zu faszinieren, stützen

Worte, bei denen man nur weinen kann, sprachlos ist über die Lüge des Lebens, trauern um die verlorene Geborgenheit

Worte, die rauh sind, die lügen und betrügen, gemeine und reizende Worte, die keine Erklärung geben, sie sollten lieber stumm sein

Es gibt zu wenige bahnbrechende, begrüßende, elektrisierende, die gefangen nehmende, suchende, findende und staunende Worte

Worte, die dein Leben verändern können

 

 

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geschrieben in meiner Zeit als Mondlichtblume

 

 

 

© Christine Münzenberger

 

 
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